Bordeaux im Südwesten Frankreichs gilt als eines der bedeutendsten Weinbaugebiete der Welt. Die Region liegt an der Gironde-Mündung und profitiert von einem milden, atlantisch geprägten Klima, das ideale Bedingungen für den Weinbau schafft. Bereits die Römer begannen hier vor über 2000 Jahren mit dem Weinanbau, doch seine heutige Bedeutung entwickelte sich besonders im Mittelalter, als der Handel über den Hafen von Bordeaux stark wuchs und die Weine international bekannt wurden.
Der Weinbau in Bordeaux ist stark durch seine verschiedenen Herkunftsgebiete geprägt, die jeweils eigene Stilrichtungen hervorbringen. Besonders bekannt ist das Médoc am linken Ufer der Gironde, wo vor allem kräftige, langlebige Rotweine aus Cabernet Sauvignon entstehen. Dort liegen berühmte Appellationen wie Médoc oder das Gebiet um Saint-Émilion am rechten Ufer, das eher von Merlot dominiert wird und weichere, zugänglichere Weine hervorbringt. Auch Pomerol ist für sehr hochwertige, oft kleine und seltene Weine bekannt.
Die Qualitätsstufen in Bordeaux sind eng mit dem sogenannten Klassifikationssystem verbunden, das besonders im Médoc durch die berühmte Klassifikation von 1855 geprägt wurde. Hier wurden viele Châteaux in verschiedene Ränge eingeteilt, wobei die Spitzenweine als „Grand Cru Classé“ gelten. Zu den bekanntesten Weingütern zählt etwa Château Margaux, das weltweit als Symbol für Eleganz und Spitzenqualität gilt. Weitere Qualitätsstufen ergeben sich durch Appellationen, Rebsorten und die jeweiligen „Châteaux“, die im Bordeaux-System eine zentrale Rolle spielen.
Neben den trockenen Rotweinen ist Bordeaux auch für seine Süßweine berühmt, insbesondere aus der Region Sauternes. Diese entstehen durch die sogenannte Edelfäule (Botrytis cinerea), die den Trauben eine außergewöhnliche Konzentration an Zucker und Aromen verleiht.
Insgesamt verbindet Bordeaux eine lange Geschichte, klare Qualitätsstrukturen und eine beeindruckende Vielfalt an Terroirs, die von kräftigen, strukturierten Rotweinen bis hin zu edelsüßen Spezialitäten reicht.