Burgund ist eine der bedeutendsten Weinbauregionen der Welt und steht vor allem für elegante, terroirgeprägte Weine aus den Rebsorten Pinot Noir und Chardonnay. Der Weinbau hat hier eine lange Tradition, die bis in die Römerzeit zurückreicht und später maßgeblich durch Klöster im Mittelalter geprägt wurde. Besonders die Zisterzienser und Benediktiner trugen dazu bei, die einzelnen Lagen systematisch zu erfassen und den Begriff des „Terroirs“ früh zu entwickeln – also die Idee, dass Boden, Klima und Lage den Charakter des Weins bestimmen.
Die Region ist in mehrere zentrale Produktionsgebiete gegliedert. Im Norden liegt Chablis, das für seine mineralischen, oft sehr frischen Chardonnay-Weine bekannt ist. Weiter südlich folgt die berühmte Côte d’Or, die sich wiederum in Côte de Nuits und Côte de Beaune unterteilt. Die Côte de Nuits ist besonders für kraftvolle, langlebige Rotweine aus Pinot Noir berühmt, während die Côte de Beaune sowohl einige der besten Weißweine der Welt als auch elegante Rotweine hervorbringt. Noch weiter südlich schließen sich das Mâconnais und die Côte Chalonnaise an, die oft zugänglichere und preislich moderatere Weine liefern.
Die Qualitätsstruktur im Burgund ist streng hierarchisch und basiert stark auf der Herkunft. Ganz oben stehen die Grand-Cru-Lagen, die nur einen kleinen Teil der Produktion ausmachen und als Spitzenweine gelten. Darunter folgen Premier Cru-Weine, die ebenfalls aus besonders guten Einzellagen stammen. Den größten Anteil bilden die Village-Weine, die aus einzelnen Gemeinden kommen, sowie die regionalen AOC-Weine, die eine breitere Herkunft abdecken. Diese klare Struktur macht Burgund zu einer der komplexesten, aber auch faszinierendsten Weinregionen der Welt.