Die Gascogne im Südwesten Frankreichs ist eine traditionsreiche, eher ländlich geprägte Region, die heute vor allem für ihren Weinbau bekannt ist. Geografisch liegt sie zwischen Atlantik und Pyrenäen und umfasst Teile der Départements Gers, Landes und Lot-et-Garonne. Das Klima ist mild und atlantisch beeinflusst, mit ausreichend Niederschlag und vielen Sonnenstunden – ideale Bedingungen für frische, aromatische Weine.
Besonders bekannt ist die Region für die Weißweine der „Côtes de Gascogne“, die überwiegend als IGP (Indication Géographique Protégée) klassifiziert sind. Hier dominieren Rebsorten wie Colombard, Ugni Blanc und Gros Manseng. Diese Weine sind meist leicht, sehr fruchtbetont und lebendig, mit deutlicher Säure und Aromen von Zitrusfrüchten, grünen Äpfeln und manchmal exotischen Noten. Neben den Weißweinen gibt es auch Rosé- und Rotweine, die jedoch weniger international bekannt sind und oft einfacher strukturiert ausfallen.
Die Produktionsregionen innerhalb der Gascogne sind nicht streng hierarchisch, sondern eher durch breite geographische Zonen geprägt. Neben den Côtes de Gascogne spielen auch angrenzende Gebiete eine Rolle, die sowohl Wein als auch die berühmte Spirituose Armagnac hervorbringen. Gerade Armagnac hat historisch den Weinbau stark geprägt, da viele Reben ursprünglich für die Destillation angebaut wurden.
Historisch reicht der Weinbau in der Gascogne bis in die Römerzeit zurück, wurde im Mittelalter durch Klöster weiterentwickelt und später durch den Handel über den Atlantik beeinflusst. Lange Zeit stand die Region jedoch im Schatten bekannterer französischer Weinbaugebiete. Erst im 20. Jahrhundert, insbesondere seit den 1970er-Jahren, hat sich die Côtes de Gascogne einen festen Platz im internationalen Weinmarkt erarbeitet – vor allem durch moderne, frische Weißweinstile, die gut zu einer leichten, zeitgemäßen Küche passen.