Provence ist eine der bekanntesten Weinregionen im Süden Frankreichs und steht besonders für ihre sonnigen, trockenen Bedingungen und den charakteristischen Roséwein. Der Weinbau hat hier eine lange Tradition, die bis in die Antike zurückreicht, als die Griechen und später die Römer Reben in die Region brachten und den Weinbau systematisch ausbauten.
Heute ist Provence vor allem für ihre Roséweine berühmt, die den Großteil der Produktion ausmachen. Daneben werden aber auch Rot- und Weißweine erzeugt, die je nach Subregion sehr unterschiedliche Profile aufweisen. Die wichtigsten Anbaugebiete sind unter anderem die „Côtes de Provence“, die als größte und bekannteste Appellation gilt, sowie „Coteaux d’Aix-en-Provence“ und „Coteaux Varois en Provence“. Jede dieser Regionen hat ihre eigenen klimatischen und geologischen Besonderheiten, die sich im Geschmack der Weine widerspiegeln. An der Küste sorgen mediterrane Winde für Frische, während das Inland oft etwas kräftigere und strukturiertere Weine hervorbringt.
Qualitativ reicht das Spektrum von unkomplizierten Alltagsweinen bis hin zu komplexen, lagerfähigen Crus aus Einzellagen oder speziellen Gemeinden. Besonders hochwertige Rosés zeichnen sich durch eine feine Balance aus Frische, Frucht und Mineralität aus, während Rotweine oft auf Rebsorten wie Grenache, Syrah und Mourvèdre basieren und eine würzige, sonnengereifte Struktur zeigen.
Historisch war Provence über Jahrhunderte ein bedeutendes Weinbauzentrum des Mittelmeerraums, verlor jedoch zeitweise an internationaler Bedeutung. Erst im 20. Jahrhundert gewann die Region durch Qualitätsorientierung und moderne Kellertechnik wieder stark an Ansehen, insbesondere durch den weltweiten Erfolg des provenzalischen Rosés.