Die Region Aosta bzw. das Aostatal (Valle d’Aosta) ist die kleinste Weinbauregion Italiens und liegt eingebettet in den Alpen an der Grenze zu Frankreich und der Schweiz. Die Hauptstadt ist Aosta (Aosta), eine Stadt mit römischen Wurzeln, die bis heute als kulturelles Zentrum der Region gilt.
Der Weinbau im Aostatal ist stark von der extremen Berglage geprägt. Die Reben wachsen meist an steilen Hängen zwischen 600 und über 1200 Metern Höhe, was den Anbau sehr arbeitsintensiv macht und kaum Mechanisierung erlaubt. Dadurch sind die Produktionsmengen klein, aber die Qualität oft sehr hoch. Besonders bekannt sind frische, alpine Weißweine mit ausgeprägter Mineralität sowie elegante, leichte Rotweine.
Die Region ist in mehrere kleine Produktionszonen unterteilt, die sich entlang des Flusses Dora Baltea ziehen. Zu den wichtigsten Gebieten gehören das mittlere Tal rund um Aosta, das Gebiet von Morgex und La Salle im Westen sowie das östliche Tal bei Donnas. Jede dieser Zonen bringt eigene Stilrichtungen hervor: Im Westen dominieren sehr frische Weißweine aus Höhenlagen, während im Osten kräftigere Rotweine entstehen, etwa aus Nebbiolo-Klonen.
Historisch reicht der Weinbau im Aostatal bis in die Römerzeit zurück. Schon damals wurde entlang der Alpenrouten Wein angebaut, vor allem zur Versorgung von Soldaten und Reisenden. Im Mittelalter wurde der Weinbau von Klöstern und lokalen Adelshäusern weitergeführt. Trotz schwieriger Bedingungen blieb er über die Jahrhunderte erhalten und wurde im 20. Jahrhundert durch moderne Kellereitechnik und Genossenschaften stabilisiert und qualitativ deutlich verbessert.
Heute gilt der Weinbau im Aostatal als Nischenproduktion mit starkem Charakter: klein strukturiert, hochalpin geprägt und eng mit der Tradition der Region verbunden.