Montepulciano d’Abruzzo ist einer der bekanntesten Rotweine aus Mittelitalien und wird hauptsächlich aus der Rebsorte Montepulciano gekeltert. Trotz des Namens hat er nichts mit der toskanischen Stadt Montepulciano zu tun, sondern stammt aus der Region Abruzzo, wo die Rebe auf Hügeln zwischen Adriaküste und Apennin ideale Bedingungen findet. Das Klima ist geprägt von warmen Tagen, kühlen Nächten und einer guten Mischung aus Meeres- und Bergluft, was den Trauben eine ausgewogene Reife und frische Säure verleiht.
Im Weinbau werden in den Abruzzen unterschiedliche Qualitäten erzeugt, von einfachen, fruchtbetonten Alltagsweinen bis hin zu strukturierten Riserva-Weinen mit längerer Fassreifung. Die besseren Qualitäten zeigen oft Aromen von dunklen Kirschen, Pflaumen, Gewürzen und manchmal eine leichte Erdigkeit. Wichtige Anbauprovinzen sind Chieti, Pescara, Teramo und L’Aquila, wobei besonders die Hügellagen für konzentriertere und langlebigere Weine sorgen. Die Bezeichnung DOC Montepulciano d’Abruzzo wurde in den 1960er-Jahren offiziell eingeführt und später weiter präzisiert, um Herkunft und Qualitätsstufen besser zu schützen.
Historisch gesehen hat der Weinbau in der Region eine lange Tradition, die bis in die Antike zurückreicht, auch wenn die moderne Bedeutung von Montepulciano d’Abruzzo erst im 20. Jahrhundert stark gewachsen ist. Heute gilt er als einer der wichtigsten Exportweine Italiens: zugänglich in jungen Versionen, aber auch überraschend komplex in den besten Ausführungen.