Niederösterreich ist das wichtigste Weinbaugebiet Österreichs und prägt die österreichische Weinkultur wie keine andere Region. Das Bundesland Niederösterreich umfasst dabei eine beeindruckende Vielfalt an Terroirs, die sich entlang der Donau und in ihren Nebenregionen erstrecken. Besonders bekannt sind Gebiete wie die Wachau, das Kamptal, das Kremstal, das Weinviertel sowie die Thermenregion.
Die Vielfalt der Böden – von Urgestein über Löss bis hin zu kalkhaltigen Sedimenten – sowie das Zusammenspiel von kontinentalem Klima und pannonischen Einflüssen sorgen für sehr unterschiedliche Weinstile. Im Weinviertel dominiert etwa der frische, würzige Grüner Veltliner, während in der Wachau kraftvolle, mineralische Weißweine entstehen, die oft eine besondere Tiefe und Langlebigkeit besitzen. Kamptal und Kremstal verbinden Frische mit Struktur und Eleganz, während in der Thermenregion neben Weißweinen auch kraftvolle Rotweine wie Zweigelt oder St. Laurent eine wichtige Rolle spielen.
Qualitativ reicht die Bandbreite von einfachen, trinkfreudigen Gebietsweinen bis hin zu hochklassigen Lagenweinen mit internationalem Renommee. Besonders die klassifizierten Riedenweine aus Spitzenlagen zeigen, wie stark Herkunft und Mikroklima den Charakter eines Weins prägen können.
Historisch reicht der Weinbau in Niederösterreich bis in die Zeit der Römer zurück, als entlang der Donau erste Rebkulturen angelegt wurden. Im Mittelalter wurde der Weinbau durch Klöster und Adelshäuser weiterentwickelt und systematisiert. Viele der heutigen Weinorte entstanden in dieser Zeit. Nach Phasen von Krisen und Umbrüchen – etwa durch Reblausbefall im 19. Jahrhundert – erlebte der Weinbau im 20. Jahrhundert eine starke Qualitätsorientierung, die Österreich schließlich international als Herkunft für charakterstarke, trockene Weißweine etablierte. Heute zählt Niederösterreich zu den renommiertesten Weinregionen Europas.