Die Schweiz hat trotz seiner vergleichsweise kleinen Rebfläche eine lange und vielfältige Tradition im Weinbau. Die Weinproduktion konzentriert sich vor allem auf die sonnenreichen Regionen im Süden und Westen des Landes, wo das Klima durch Alpen und Seen besonders günstig beeinflusst wird. Historisch reicht der Weinbau bis in die Römerzeit zurück, als erste Reben entlang des Genfersees und im Rhonetal kultiviert wurden. Im Mittelalter wurde der Weinbau vor allem von Klöstern weiterentwickelt und systematisch ausgebaut.
Heute sind die wichtigsten Produktionsregionen das Wallis (Kanton Wallis), das Waadtland (Kanton Waadt) sowie die Region um Genf. Das Wallis ist dabei die bedeutendste Weinregion der Schweiz und bekannt für robuste Rebsorten wie Fendant und Petite Arvine. Im Waadtland dominieren elegante Weißweine, besonders aus der Chasselas-Traube, während im Genfer Raum sowohl Weiß- als auch Rotweine in einem eher gemäßigten Stil produziert werden.
Die Qualität der Schweizer Weine ist insgesamt hoch, wird jedoch wegen der geringen Exportmenge international oft unterschätzt. Ein Grund dafür ist, dass die meisten Weine im Inland konsumiert werden. Typisch für die Schweiz ist die große Vielfalt an Rebsorten: Neben traditionellen Sorten werden auch internationale Reben wie Pinot Noir, Merlot oder Chardonnay angebaut. Besonders bemerkenswert ist, dass viele Winzer auf kleinteilige, handwerkliche Produktion setzen, was zu sehr charaktervollen und regional stark geprägten Weinen führt.