Die Rebsorte Auxerrois gehört zu den eher stillen Stars der europäischen Weißweinwelt. Ihren Ursprung hat sie vermutlich in Lothringen und dem Elsass, heute wird sie vor allem in Luxemburg, Deutschland, Frankreich und Teilen der Schweiz angebaut. Besonders in Luxemburg genießt Auxerrois einen ausgezeichneten Ruf, weil die Sorte dort elegante, weiche und zugängliche Weine hervorbringt.
Oft wird Auxerrois mit dem bekannteren Pinot Blanc verwechselt oder gemeinsam ausgebaut, denn beide Reben sind eng miteinander verwandt. Tatsächlich gehört Auxerrois zur Burgunderfamilie und entstand vermutlich aus einer Kreuzung von Pinot und Heunisch. Im Weinberg zeigt sie sich etwas empfindlich gegenüber Frost, reift aber relativ früh und liefert meist zuverlässige Erträge.
Im Glas wirkt Auxerrois meist mild und charmant. Die Weine besitzen weniger Säure als Riesling oder Sauvignon Blanc und erscheinen deshalb besonders weich und rund. Typisch sind Aromen von reifem Apfel, Birne, Mirabelle, manchmal auch ein Hauch von Haselnuss oder frischen Kräutern. Gute Auxerrois-Weine können erstaunlich cremig wirken, ohne dabei schwer zu sein. Gerade Menschen, die sehr säurebetonte Weißweine weniger mögen, entdecken in Auxerrois oft einen angenehmen Einstieg.
Kulinarisch passt die Sorte hervorragend zu feinen Speisen: zu Spargel, hellem Fisch, Geflügel, mildem Käse oder klassischen Gerichten der elsässischen und luxemburgischen Küche. Durch ihre zurückhaltende Art begleitet sie Speisen eher elegant, statt sich in den Vordergrund zu drängen.
In den letzten Jahren erlebt Auxerrois eine kleine Renaissance, weil viele Winzer wieder stärker auf regionale und charaktervolle Sorten setzen. Besonders im hochwertigen, trockenen Ausbau zeigt die Rebe heute, dass sie weit mehr sein kann als nur ein unauffälliger Begleiter anderer Burgundersorten.
