Die Traubensorte Friulano (Rebsorte) ist eine autochthone Weißweinsorte aus dem Nordosten Italiens, vor allem aus der Region Friaul-Julisch Venetien. Dort gehört sie zu den wichtigsten und traditionsreichsten Rebsorten und ist eng mit der regionalen Weinidentität verbunden.
Friulano ergibt in der Regel trockene, frische Weißweine mit mittlerem Körper. Typisch sind Aromen von grünem Apfel, Birne, weißen Blüten und oft auch eine leicht nussige, mandelartige Note im Abgang. Diese Mandelnote ist eines der charakteristischsten Merkmale der Sorte und hilft, sie im Glas gut wiederzuerkennen.
Im Weinbau zeigt sich Friulano als relativ anspruchslos und zuverlässig, was sie bei Winzern beliebt macht. Sie reift mittelspät und bringt in guten Lagen ausgewogene Weine hervor, die weder zu leicht noch zu schwer wirken. Besonders im Collio und Colli Orientali del Friuli entstehen hochwertige Varianten, die sowohl frisch als auch strukturiert sind.
Interessant ist auch die Namensgeschichte: Früher war die Sorte in Italien lange als „Tocai Friulano“ bekannt, durfte diesen Namen aber aufgrund einer EU-Regelung nicht mehr verwenden, um Verwechslungen mit dem ungarischen Tokaj zu vermeiden. Heute ist „Friulano“ der offizielle und international verwendete Name.
Insgesamt gilt Friulano als eine Sorte, die weniger auf spektakuläre Intensität setzt, sondern auf Eleganz, Balance und regionale Authentizität – ein klassischer Vertreter nordostitalienischer Weißweinkultur.
