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Garanoir

Garanoir – wissenschaftliche Beschreibung

Garanoir ist eine rote Rebsorte aus der Schweiz, die 1970 am Forschungszentrum Agroscope in Pully gezüchtet wurde. Sie entstand aus der Kreuzung von Gamay und Reichensteiner. Ziel der Züchtung war es, die frühe Reife und Fruchtigkeit des Gamay mit den Eigenschaften des Reichensteiners zu verbinden.

Die Sorte zeichnet sich durch eine frühe bis mittelfrühe Reife und eine vergleichsweise gute Ertragsleistung aus. Die Beeren besitzen eine stark pigmentierte Schale, wodurch Garanoir Weine mit intensiver Farbe hervorbringen kann. Aufgrund seines natürlichen Säure- und Tanningerüsts entstehen überwiegend fruchtbetonte, körperreiche und weich wirkende Rotweine.

Sensorisch zeigt Garanoir typischerweise Aromen von dunklen Beeren, Kirschen und teilweise würzigen Noten. Im Vergleich zu Gamay besitzt er meist mehr Farbstoff und Struktur, bleibt jedoch durch seine ausgeprägte Fruchtigkeit zugänglich. Die Weine werden häufig jung getrunken, können bei entsprechender Vinifikation aber auch über einige Jahre gelagert werden.

Garanoir ist heute vor allem in der Westschweiz und im Kanton Waadt verbreitet und gehört zu den charakteristischen Schweizer Neuzüchtungen. Die Sorte wird sowohl reinsortig als auch als Bestandteil von Cuvées eingesetzt.

Garanoir und Gamaret sind nicht identisch, auch wenn sie eng miteinander verwandt sind.

Beide Sorten wurden in der Schweiz aus Gamay × Reichensteiner gezüchtet und stammen aus derselben Züchtungsarbeit. Sie sind daher Geschwistersorten, aber genetisch unterschiedliche Rebsorten.

  • Gamaret: dunkelfarbig, kräftig, tanninreicher und strukturell markanter; häufig für langlebigere, würzige Rotweine verwendet.
  • Garanoir: fruchtbetonter, weicher und meist etwas zugänglicher; liefert farbintensive Weine mit ausgeprägter Beerenfrucht.

Kurz gesagt: Gleiche Eltern, aber unterschiedliche Nachkommen

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