Das Languedoc-Roussillon im Süden Frankreichs ist eine der größten und zugleich vielfältigsten Weinregionen Europas. Sie erstreckt sich entlang der Mittelmeerküste von der Rhône bis zur spanischen Grenze und umfasst sowohl flache Küstenebenen als auch hügelige und gebirgige Lagen im Hinterland. Durch diese landschaftliche Vielfalt entstehen sehr unterschiedliche Bedingungen für den Weinbau, was sich direkt in der großen Bandbreite an Weinstilen widerspiegelt.
Der Weinbau hat in der Region eine sehr lange Tradition. Schon in der Antike brachten Griechen und später Römer den systematischen Rebbau in das Gebiet. Über Jahrhunderte entwickelte sich Languedoc-Roussillon zu einer wichtigen Weinproduktionsregion Europas. Im 19. und 20. Jahrhundert stand jedoch lange Zeit die Massenproduktion im Vordergrund, wodurch die Region zeitweise ein eher einfaches Image erhielt. Erst ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts setzte ein grundlegender Wandel hin zu mehr Qualität ein, der bis heute anhält.
Heute ist die Region in zahlreiche Appellationen und Anbaugebiete gegliedert, die jeweils eigene Charaktere besitzen. Bekannte Namen sind unter anderem Corbières, Minervois, Saint-Chinian, Faugères oder Pic Saint-Loup im Languedoc sowie die Weinlandschaften des Roussillon im Süden. Jede dieser Regionen bringt Weine mit typischen Eigenschaften hervor, die stark von Klima, Höhenlage und Boden geprägt sind.
Die Weinqualität reicht von einfachen, fruchtigen Alltagsweinen bis hin zu komplexen, strukturierten Spitzenweinen mit Reifepotenzial. Typisch für die Region sind vor allem Rotweine aus Rebsorten wie Grenache, Syrah, Mourvèdre und Carignan, während bei Weißweinen unter anderem Grenache Blanc, Marsanne, Roussanne oder Picpoul verwendet werden. Insgesamt steht Languedoc-Roussillon heute für enorme Vielfalt, große Innovationsfreude und ein breites Spektrum an Qualitäten, das von unkompliziert bis hochklassig reicht.