Das Wallis (frz. Valais) ist eines der bedeutendsten Weinbaugebiete der Schweiz und liegt im sonnigen Rhonetal im Südwesten des Landes. Dank des trockenen Klimas mit sehr vielen Sonnenstunden und der geschützten Lage zwischen hohen Alpenketten entstehen hier ideale Bedingungen für den Rebbau – trotz der vergleichsweise hohen Höhenlage.
Der Weinbau im Wallis ist sehr vielfältig und stark von kleinen Parzellen geprägt. Die Reben wachsen oft an steilen Hängen und auf terrassierten Flächen, was viel Handarbeit erfordert. Besonders bekannt ist das Wallis für seine grosse Vielfalt an Rebsorten: Neben internationalen Sorten wie Pinot Noir und Chardonnay spielen auch autochthone Trauben eine wichtige Rolle, etwa Petite Arvine, Amigne, Cornalin oder Humagne Rouge. Diese Sorten sind eng mit der regionalen Identität verbunden und liefern oft sehr charakterstarke Weine.
Die Produktionsregionen im Wallis lassen sich grob entlang des Rhonetals einteilen, von Martigny im Westen bis nach Sierre und weiter Richtung Leuk im Osten. Je nach Lage, Bodenbeschaffenheit und Höhenlage entstehen unterschiedliche Weinstile: Im tiefer gelegenen Teil findet man eher kräftige Rotweine und vollmundige Weissweine, während in höheren Lagen oft frische, mineralische und aromatische Weine produziert werden.
Die Geschichte des Weinbaus im Wallis reicht bis in die Römerzeit zurück, wurde aber besonders im Mittelalter durch Klöster und lokale Gemeinden weiterentwickelt. Über Jahrhunderte hinweg hat sich eine stark kleinteilige Struktur erhalten, die bis heute typisch ist. Dadurch gilt das Wallis heute als eine Art „Schweizer Weinarchiv“, in dem viele seltene Rebsorten bewahrt wurden und weiterhin gepflegt werden.
